Nutzgarten mit der Natur

Was für den Nutzgarten gilt, gilt auch für das Gärtnern im Vorgarten, auf dem Balkon oder der Terrasse.

Garten ohne Gift

Die erste Regel im Nutzgarten lautet: Garten ohne Gift!

Kein Gift gegen Tiere und Pflanzen, keine Insektizide (u.a. Stichwort Neonicotinoide), Pestizide (u.a. Stichwort Mittel mit dem Wirkstoff Glyphosat), Fungizide...

Stellen sich Blattläuse am Gemüse, Mehltau an den Stachelbeeren oder Rost an Birnbaumblättern ein, so ist meistens ein falscher Standort oder falsche Pflege der Pflanzen - zu dicht, zu wenig Luft, zu feucht und zu wenig Sonne - die Ursache.

Sie können vorbeugen:

Schon beim Kauf sollte insbesondere bei Obstgehölzen auf restistente Sorten gegen Mehltau und Blattkrankheiten geachtet werden.

Manchmal muss auf bestimmte Sorten oder Arten - je nach Lage des Gartens verzichtet werden.

Grundsätzlich gilt, die Lage des Gartens - insbesondere die Anzahl der Sonnenstunden, die vorhandene Beschattung durch Gebäude und/oder vorhandene Gehölze - bestimmt, welche Arten oder Sorten in Ihrem Garten die Chance haben, gesund und kräftig zu wachsen. Informieren Sie sich auf den Seiten des BUND-Bundesverbandes. www.bund.net

Kein Torf im Garten!

Die zweite Regel lautet: Kein Torf im Garten!

Für Schonüberzeugte: BUND-Einkaufsführer: Blumenerde ohne Torf (PDF, 350 kB)

Ist der Standort geeignet für die gewünschten Gehölze und/oder Gemüse- und Kräuterpflanzen, gilt es, den Boden zu untersuchen.

Torfhaltige Blumenerden und torfhaltige Erden für den Garten zerstören Moore und Klima. Der BUND-Bundesverband hat auf seinen Seiten alles Wisenswerte über Torfverzicht auf Balkon, Terrasse, im Haus und im Garten zusammengestellt. Dort finden Sie neben Hintergrundinformationen auch Bezugsquellen für torffreie Erden.

Ein Großteil der handelsüblichen Gartenerden besteht leider bis zu 90 % aus Torf. Selten gewordene Moore, in denen das organische Sediment Torf entsteht, bilden neben Wäldern dank ihrer vergleichsweise hohen Speicherkapazität wichtige Kohlenstoffsenken und bieten zudem Habitat für spezialisierte Flora- und Fauna.

Von den jährlich in der BRD verbrauchten zehn Millionen Kubikmeter Torf entfallen circa 25 % auf Freizeitgärtner. Mittlerweile wird ein zunehmender Teil des in Deutschland verwendeten Torfs in baltischen und russischen Hochmooren industriell abgebaut. Torf ist aber alles andere als ein schnell regenerierbarer Rohstoff - er wächst jährlich nur etwa einen Millimeter. Der heute innerhalb weniger Monate abgebaute Torf aus Hochmoorflächen ist in über 10.000 Jahren durch die Ablagerung von nicht oder nur wenig zersetzten Torfmoosen entstanden. Durch den Abbau von Torf werden signifikante Mengen der klimawirksamen Gase Kohlenstoffdioxid, Distickstoffmonoxid und Methan emittiert - dies trägt wiederum zur globalen Erwärmung bei.

Zudem zerstört der Torfabbau Habitat für diverse bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Dem rundblättrigen Sonnentau, dem schmalblättrigen Wollgras und Libellenarten, wie der Hochmoor-Mosaikjungfer, wird zunehmend der Lebensraum entzogen.

Torffreie Erde ist eine wichtige und sinnvolle Alternative, die überwiegend aus Kompost, Rindenhumus und Holzfasern besteht und ein ausgeglichenes Verhältnis von Stickstoff, Phosphat und Kalium enthält. Einige der viel beworbenen Eigenschaften von Torf, wie dass er sich günstig auf den Boden auswirkt, relativieren sich in der Praxis. Die Beimischung von Torf trägt zu einem hohen Säuregehalt des Bodens bei, den wiederum eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen nicht verträgt. Neben einer geringen Düngewirkung ist Torf zudem kein guter Wasserspeicher mehr, nachdem dieser erst einmal ausgetrocknet ist, was wiederum zu einem erhöhten Wasserbedarf der mit Torf angereicherten Erde führt.

Komposterden aus eigener Herstellung oder aus regionalen Kompostwerken sind sinnvolle Alternativen zu torfhaltigen Erden. Mit der Entscheidung zum Erwerb von torffreier Erde für Garten und Balkon leisten Sie einen aktiven Beitrag zur Erhaltung der Moore und somit zum Klima- und Umweltschutz.

Achten Sie beim Kauf der Erden zudem auf Bezeichnungen wie "torffrei" oder "ohne Torf", da handelsübliche Erden, bisweilen als "torfreduziert" oder "torfarm" etikettiert werden - den so beworbenen Erden wird allerdings häufig noch bis zu 60 % Torf beigemischt.

BUND-Einkaufsführer: Blumenerde ohne Torf (PDF, 350 kB)

Saatgut aus Bio-Anbau

Sie überlegen noch, was Sie dieses Jahr gerne pflanzen würden? So schaffen Sie Vögeln und Insekten ein reichhaltiges und pestizidfreies Angebot im Garten und auf dem Balkon. Bezugsquellen für samenfestes und ökologisch konsequentes Saatgut finden Sie u.a. unter den folgenden Links:

Dreschflegel Saatgut - Biologische Sortenvielfalt

Bingenheimer Saatgut

Sativa

Bei der Erzeugung von Bio-Saatgut wird auf chemische Dünge- und Schädlingsbekämpungsmittel verzichtet. Zudem ist es nicht gentechnisch erzeugt. Unabhängige Kontrollstellen überwachen, ob die strengen ökologischen Richtlinien eingehalten werden.

Herkömmliches Saatgut wird oft mit Neonicotinoiden behandelt bzw. gebeizt. Die Wirkstoffe gelten als eine Ursache für das weltweite Bienensterben.

Der BUND Lemgo hat auf seinen Seiten eine umfangreiche Aufstellung zusammengetragen, wo Sie Bio-Saatgut für Ihren Garten kaufen können.

Hier der Link: www.bund-lemgo.de/bio-saatgut.html

Obstgehölze und Sträucher aus Bio-Anbau

Das gleiche gilt für die Anzucht von Obstgehölzen: auch hier sind Gehölze aus biogischem Anbau vorzuziehen.

Eine gute Quelle für den Bezug ist das Verzeichnis der Mitgliedsbetriebe im Naturgarten e.V., siehe www.naturgarten.org

und auf der Auflsitung der Bezugsquellen rund um Darmstadt

Dort finden Sie auch viele Wildpflanzen.



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Buchtitel: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie - Wartburg-Werra-Rhön - Buchreihe zum Grünen Band von Reiner Cornelius

... zum Grünen Band des Lebens. Mehr zur Buchreihe (6 Bände) hier... Eindrucksvolle Bilder und Texte von Reiner Cornelius, dem BUND- Beauftragen für das Grüne Band.

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  • 89 % der Deutschen bewerten den Naturschutz als wichtige politische Aufgabe
  • 90 % wünschen stärkeren Schutz der Meere vor Überfischung
  • 87 % lehnen gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft ab
  • 68 % fürchten um intakte Natur für ihre Kinder und Enkelkinder *

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* Quelle: "Naturbewusstseinsstudie für Deutschland", Bundesamt für Naturschutz 2010 im Auftrag des Bundesumweltministeriums

Blaumeise schaut aus ihrem Nistkasten, Bild Viktor Stolarski, pixelio.de
Foto: Viktor Stolarski, pixelio.de

Wie Sie Vögeln, Fledermäusen und Insekten helfen können, erfahren Sie hier...

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