Vorgartenhecke an der Heinrichstraße in Schattenlage

Bunt und abwechslungsreich fürs Auge, um die Entdeckerfreude anzuregen, Früchte und Nistplatz für Vögel und Co. und Nahrung für Hummel- und Bienenarten waren die Kompromisse für den BUND im dicht besiedelten Bereich zur Anlage eines Heckenzuges vor Häusern der bauverein AG in der Heinrichstraße.

Schwieriger für heimische Gehölze ist dort auch die Lage: Die Hecke ist längs der Vorgärten nach Norden ausgerichtet, auch lässt nur im Frühjahr das Blätterdach der Straßenbäume genügend Licht, um frühblühende Gehölze nicht verkümmern zu lassen. 

Daher: nur heimische Gehölze wie Wildrosen, Schlehen und Weißdorn wären ob ihrem Lichthunger - sollen sie blühen - nicht standortgemäß gewesen, sodass dieser Kompromiss des BUND mit dem bauverein bei der Neuanlage einer rund 300 Meter langen und bis 1,80 Meter hoch wachsender Vorgartenhecke an einer Haupteinfallstraße Darmstadts gefunden wurde.

Anstatt Formschnitt und Forsythien blühten dort schon im Frühjahr 2013 frühe gelbe Kornelkirschen, rosarote Zierquitte, dunkelrote Blutjohannisbeeren, gelbe Mahonien sowie Europäische Pfaffenhütchen und Berberitzen, bald ergänzt durch Blumenzwiebeln, die im Herbst 2013 eingebracht werden. 

Bei der Pflanzaktion dabei

Pressemitteilung zur Gehölzpflanzung in der Heinrichstraße

Fr. 05.04.2013

bauverein AG setzt sich für Biodiversität ein / In der Heinrichstraße werden Gehölze angepflanzt, die Vögeln und Insekten Lebensraum bieten / Enge Zusammenarbeit mit BUND

Der Frühling lässt zwar noch auf sich warten, für die Pflanzensetzlinge aber wird es Zeit: In den Vorgärten der Wohnanlagen Heinrichstraße 147-171 lässt die bauverein AG derzeit großflächig Anpflanzungen vornehmen. Diese ersetzen die früheren, in die Jahre gekommenen Pflanzen, die den Bewohnern keinen Sicht- und Lärmschutz mehr boten. Die Auswahl der Pflanzen erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Ziel ist es, Biodiversität und Artenvielfalt zu verbessern und Vögeln und Insekten auch mitten in der Stadt ausreichend Lebensraum zu bieten.

Schon in den nächsten Wochen sollen die derzeit vom Betrieb Völger gesetzten Sträucher, darunter Kornelkirsche, Zierquitte, Blutjohannisbeere, Mahonie, Eiben und Europäisches Pfaffenhütchen, wachsen und mit etwas Glück sogar schon in diesem Jahr Blüten tragen. Im Herbst, wenn an Quitte und Kornelkirsche erste Früchte zu sehen sind, sollen noch Blumenzwiebeln und Knollen eingebracht werden, die dann spätestens im nächsten Frühling erblühen.

Von dem schöneren Anblick und dem Lärmschutz hin zur viel befahrenen Heinrichstraße – die Hecken sollen bis auf 1,80 Meter hochwachsen und so den Verkehrslärm „abpuffern“ – profitieren indes nicht nur die Bewohner: Die Sträucher locken auch harmlose Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Vögel an und bieten ihnen Nahrung beziehungsweise Raum zum Nisten.

Die Pflanzen und Gehölze wurden vom BUND vorgeschlagen; ein wichtiges Kriterium für die Auswahl war, dass es sich nach Möglichkeit um einheimische Pflanzen handeln sollte oder dass Blüte und Frucht das Nahrungsangebot für Bienen und Vögel bereichern. Auch der Standort bzw. die Lichtverhältnisse wurden berücksichtigt. Insgesamt investiert die bauverein AG rund 12.000 Euro in die Anlagensanierung. Diese ist Teil des gemeinsam mit dem BUND durchgeführten Rekultivierungsprogramms „Grüne Stadt“, das den Lebensraum von Vögeln und Insekten sichern will. 

Die Pflanzmaßnahme resultiert aus der 2011 vereinbarten Zusammenarbeit mit dem BUND. Im vergangenen Jahr wurden bereits 100 von der bauverein AG gesponserte Nistkästen in Wohnanlagen der bauverein AG aufgehängt, zudem luden BUND und bauverein AG Anfang März bereits zum zweiten Mal zu einer Veranstaltung rund ums Thema energiesparendes Bauen und Wohnen ein. Weitere gemeinsame Aktionen sind in Planung. So soll demnächst ein vom BUND entworfener und von der bauverein AG finanzierter Schulgarten entstehen.

 „Ich freue mich, dass die vor zwei Jahren ins Leben gerufene Kooperation derart mit Leben erfüllt wird und dass nicht nur Flora und Fauna, sondern auch unsere Mieter davon profitieren. Durch die Zusammenarbeit tragen wir zum Schutz der Natur bei und verbessern gleichzeitig das Wohnumfeld – eine ideale Kombination, die auch dem Engagement des BUND zu verdanken ist, “, so Dr.-Ing. Hans-Jürgen Braun, Vorstandsvorsitzender der bauverein AG.

 Brigitte Martin vom BUND ergänzt, „Ziel der Kooperation von bauverein AG und BUND ist es, die Artenvielfalt, die Biodiversität, in der Stadt zu fördern. Und Artenvielfalt bedeutet auch mehr Lebensqualität, der Entdeckergeist wird geweckt. Bei der Förderung der Artenvielfalt in der Stadt sind private Freiflächen von größter Wichtigkeit. Hierbei kommen insbesondere den in ganz Darmstadt vorhandenen Flächen der bauverein AG für die Vernetzung und Trittsteinbildung von Tieren und Pflanzen besondere Bedeutung zu. Die zum Teil höheren Investitionskosten beispielsweise in Wiesenblumensaatgut lassen sich langfristig durch weniger Pflegekosten durch gezielte Mahd nur ein oder zwei Mal im Jahr ausgleichen.“

Bilder von der Aktion bei der bauverein AG unter Pressemitteilungen