Ein Elsternjahr in Bildern

Die Elster ist ein schöner, schwarzbunter, lauter Vogel.
Sie ist ein typischer Darmstadt-Vogel und ein Lebenskünstler der besonderen Art:
Sie ist sehr geschickt, besonders lernfähig, sehr neugierig, anpassungsfähig, wendig und auch vorsichtig.

Sie hat also die allerbesten Eigenschaften, um in dieser riesengroßen Städte- und Kulturlandschaft zu überleben.
Wir wollen diesen interessanten Vogel ein Jahr lang beobachten.

Januar

Im Winter leben viele Elstern gesellig zusammen. Sie zeigen sich untereinander die besten Nahrungsplätze. Gemeinsam können sie sich erfolgreicher gegen Feinde wehren. In der Dämmerung suchen sie ganz bestimmte Schlafplätze auf und übernachten geschützt im unteren Dickicht von Bäumen und Sträuchern.

Februar

Elstern haben ein auffällig schwarzweiß gefärbtes Federkleid und einen sehr langen Schwanz. Schultern, Bauch und Handschwingen sind weiß. Das tiefschimmernde Samtschwarz geht am Kopf und an den Schwung- und Schwanzfedern über in ein prächtig glänzendes Grün bis Blauviolett. Bei den ersten warmen Sonnenstrahlen bauen Elstern an ihren Nestern.

März

Elstern haben Brutreviere. Das Elsternpärchen verteidigt laut schäkernd und heftig streitend sein Revier. Es jagt alle Störenfriede davon. In seinem Revier baut es gemeinsam ein Nest und zieht die Jungen groß.

Elsterngesang
Mit lauten Schäk-schäk-schäk-Rufen warnen Elstern ihre Artgenossen vor Gefahren, z. B. vor einer Katze. Dann wissen alle Vögel: "Aufgepasst! Katze auf Pirsch!" Und die Katze weiß: "Vergiss es! Jetzt fängst du keinen Vogel mehr." Aber Elstern können nicht nur schreien und zetern. Wenn Elsternmännchen und Weibchen miteinander plaudern, ist ihr Gesang weich und melodisch. Elstern gehören zur großen Gruppe der Singvögel.

April

Das Elsternpärchen baut sein Nest häufig ganz oben in der Baumkrone. Es sammelt fingerdicke trockene Zweige und steckt sie kreuz und quer zu einem stabilen Körbchen zusammen. Innen baut es eine Mulde aus Lehm und Wurzeln. Darauf wird mit kleineren Zweigen und Halmen das Innennest geflochten. Das Nest hat seitlich ein Einschlupfloch. Oben ist es mit einer Haube aus dornigen Zweigen abgedeckt als Schutz gegen Feinde. Ganz zum Schluss tragen Elstern feine Wurzeln und Haare ein und polstern den Boden weich aus. Ende März bis Anfang April beginnt das Weibchen Eier ins Nest zu legen. Es sind im Schnitt sechs oder sieben.

Elster - pica pica
Alle Tiere und Pflanzen haben zu den Namen in der Landessprache auch noch einen wissenschaftlichen Namen. Dieser Name ist überall auf der Welt gleich. Das ist sehr praktisch. So wissen alle: "Aha, pica pica, das ist der pechschwarzweiße Vogel mit dem langen Schwanz." lateinisch piceus bedeutet: aus Pech, pechschwarz.

Mai

Das Weibchen brütet allein und wärmt die ausgeschlüpften nackten Jungen mit ihrem Gefieder. Solang es auf dem Nest sitzt, versorgt das Männchen es fleißig mit Nahrung. Später füttern beide Eltern die Jungen mit fetten Raupen, Käfern, Fliegen, Spinnen, Schnecken, Würmern. Ein kleiner Teil der Nahrung sind auch Eier und Junge, die Elstern aus Singvogelnestern rauben. Mit wenigen Ausnahmen brauchen alle Jungvögel dieser Welt Tiernahrung, um groß und stark zu werden. Rabenkrähen sind die größten Nesträuber. Sie plündern bis zur Hälfte aller Elsternnester. Auch Dohlen, Eichelhäher und Eichhörnchen machen den Elstern als Eierräuber zu schaffen. Der Hauptfressfeind der Elstern ist der Habicht.

Juni

Vier Wochen nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind verlassen junge Elstern das Nest. Sie hüpfen und klettern tollpatschig im Nestbaum herum. Sie schlagen kräftig mit den kurzen Flügeln und unternehmen die ersten kleinen Ausflüge. Solange sie im engen Nest sind, wachsen ihre Flügel und der Schwanz viel langsamer. Das ist ganz praktisch. Nach gut einer Woche können sie schon mit den Eltern ausfliegen. Anfangs werden sie noch gefüttert, aber bald lernen sie selbständig Nahrung zu erbeuten.

Juli

Die Elster schreitet und hüpft rasch über die Wiese. Sie pickt hier und dort Schnecken und Käfer auf und stochert im Boden nach Larven, Asseln, Würmern und anderen Bodentieren.

August

Von Dächern und Bäumen haben Elstern die beste Übersicht, um ihre Beute zu erspähen. Von hier aus kontrollieren sie Straßen oder Bahngleise nach totgefahrenen Igeln, Mäusen, Singvögeln und anderen Tieren. Sie sind sehr geschickt darin, das Aas zwischen vorbeifahrenden Autos von der Straße aufzupicken, ohne selbst überfahren zu werden.

September

Elstern reiten gemütlich auf dem Rücken von Schafen und picken eifrig nach Läusen. Schafsläuse sind ungefähr so groß wie Marienkäfer und sind ein leckerer Happen. Die Schafe freuen sich, die Plagegeister endlich los zu werden.

Oktober

Zum Winter hin finden Elstern immer weniger Insekten und stellen ihre Kost um. Sie ernähren sich dann überwiegend von Beeren, Früchten, Getreidekörnern, Wildkräutersamen und auch Haushaltsabfällen.

November

Elstern siedeln häufiger in Städten als auf dem Land. Auf dem Land werden sie von Habichten, Bussarden, Eulen oder Mardern mehr verfolgt. Sie werden bejagt. Sie finden auf den vergifteten Feldern kaum noch Insektennahrung. Elstern sind besonders lernfähig und erobern schnell Landschaften, die wir umgebaut haben. Wo wir Fischen, Fröschen, Libellen, Fledermäusen oder Störchen die Lebensräume wegnehmen, finden Elstern immer noch etwas zu fressen. Sie suchen in Abwasserkanälen, auf Müllbergen, Straßen und Plätzen nach unseren Nahrungsabfällen.

Dezember

Elsternnester sind sehr robust und halten so manchen Sturm aus. In einem Elsternrevier gibt es oft mehrere Nester aus den vergangenen Jahren. Elsternpaare bauen jedes Jahr ein neues Brutnest. Es kommt auch vor, dass sie ein altes Nest ausbessern oder ein zweites darüber bauen.

Quelle: "Die Elster" von Gerhard Kooiker und Claudia Verena Buckow im Aula-Verlag, Wiebelsheim • alle Rechte bei gnapi essen

Text und Abbildungen wurden mit freundlicher Genehmigung der BUND Kreisgruppe Essen übernommen. Im ersten Absatz wurden anstatt "Ruhrpottvogel" und "Industrielandschaft" Darmstadttypischere Begriffe verwendet.

Hier geht's zum Maulwurfsjahr…



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