Vögel füttern im Winter? Faltblatt zum Runterladen

In Deutschland gibt es ungefähr 250 Brutvogelarten, fünf Prozent davon kann man regelmäßig an einem Futterhaus sehen. Gerade im Winter haben viele Menschen das Bedürfnis, Vögel zu füttern. Leider herrscht häufig der Irrglaube vor, dass die Vögel lediglich das hingestellte Winter-Futter zum Überleben brauchen. Wie man helfen kann, ohne zu füttern und in welchen Fällen eine Fütterung sinnvoll ist, erfahren Sie auf dieser Seite.

Der BUND bietet zum Thema auch eine Broschüre Vögel im Winter (Preis 2,20 Euro + Versandkosten) an. Zu bestellen im BUNDladen, unter > Bücher & Broschüren > BUND-Publikationen > Tiere  > Vögel im Winter,   oder unter Telefon: 030 275864-80 FAX: 030 275864-66 E-Mail: bundladen@bund.net

Inhalt der Broschüre: Antworten auf häufige Fragen von Gartenbesitzern wie: Soll man überhaupt füttern? Wenn ja, was? Wie füttert man an welchem Platz?

Ein Kurz-Faltblatt zum Thema können Sie sich hier runterladen und ausdrucken:
Faltblatt Vögel füttern im Winter? PDF-Datei, ca. 600 KB

Natürliches Vogelfutter sammeln

Wer im Winter im eigenen Garten Vögel beobachten und auf das Füttern nicht verzichten will, kann bei einem herbstlichen Spaziergang natürliches Vogelfutter sammeln. So vermeidet man laut BUND die Verpackung und den Transport gekauften Futters sowie die Einfuhr und Verbreitung der „Ambrosia-Pflanze“. Gerade das billige Vogelfutter aus Osteuropa ist häufig mit den Samen der so genannten Asthmapflanze verseucht. Ihre Pollen sind aggressiv und lösen verstärkt Allergien aus.

Bei Amsel und Wacholderdrossel ist u.a. Sanddorn besonders beliebt. Foto: www.pixelio.de

Beeren von Weißdorn, Holunder, Sanddorn, Eberesche und Schlehe sind besonders bei Amsel und Wacholderdrossel beliebt. Grünfink, Sperling und Dompfaff bevorzugen die Körner verschiedener Getreidesorten und die Samen von Gräsern, Kletten, Brennnesseln, Disteln, Ampfer und Löwenzahn. Auch Sonnenblumenkerne, Kürbissamen, Bucheckern sowie Wal- und Haselnüsse werden von ihnen gerne gefressen. Blau- und Kohlmeisen ernähren sich sowohl von Beeren als auch von Körnern.

An einer Stelle nicht alles abernten, da den Vögeln hier sonst die natürliche Nahrungsquelle verloren geht. Die Beeren können eingefroren oder auf einem Kachelofen oder Heizkörper über mehrere Tage getrocknet werden. Das getrocknete Vogelfutter ist fertig, wenn sich die Beeren wie zähes Leder anfühlen und sie keine feuchten Stellen mehr aufweisen. Besonders haltbar wird das selbst gemachte Vogelfutter, wenn es in einem einfachen Leinenbeutel kühl und trocken aufbewahrt wird.

Generell gilt laut BUND: Bei der Vogelfütterung sollte man maßvoll und sachgerecht vorgehen. Erst wenn die natürlichen Nahrungsquellen für Vögel knapp werden – also bei einer dauerhaft geschlossenen Schneedecke und anhaltendem Frost – sollte das Futter ausgestreut werden. Weitere Informationen dazu in der BUND-Broschüre „Vögel im Winter“; Bestellbar für Euro 2,20 per Telefon unter 030/27586-480 oder im Internet unter http://www.bundladen.de/

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Ein Garten für Vögel im Winter

Sperling im Schneesturm, Foto: istockphoto.com
Sperling im Schneesturm

Viele Gartenbesitzer machen sich im Herbst ans Aufräumen. Doch zuviel Ordnungsliebe kann für Vögel und andere Kleintiere schädlich sein.

Um die Artenvielfalt zu erhalten, sollten Gärten im Winter ausreichend natürliche Nahrungsquellen bieten. Wichtig ist zum Beispiel, dass Gartenstauden nicht geschnitten werden. In hohlen Stängeln, Blattachsen und Blütenresten überwintern viele Insekten, von denen sich Weichfresser wie Rotkehlchen, Kleinspechte und Zaunkönige ernähren. Die Samenstände der Stauden dienen Körnerfressern wie Finken, Ammern und Zeisigen als Nahrung.

Laub sollte auf Beeten oder unter Gehölzen verteilt, aufgeschichtet oder kompostiert werden. In Laub- und Komposthaufen können Igel, Kröten, Schmetterlinge und andere Kleinlebewesen überwintern. Außerdem bieten sie Zaunkönigen und Heckenbraunellen hervorragende Brutplätze.

Mit natürlichen Nahrungsquellen ist den Vögeln weit mehr geholfen als mit Vogelfutter. Die Winterfütterung, die von manchen Herstellern sogar schon ab September empfohlen wird, begünstigt einige wenige Vogelarten und verändert deren Verhalten. Sie erhöht das Risiko der Übertragung von Krankheiten.

Und sie führt dazu, dass der Konkurrenzkampf im Frühjahr um Nahrung und Nistplätze umso härter wird. Darunter leiden einige empfindliche und seltene Vogelarten. Wenn zum Beispiel der Trauerschnäpper aus seinem Überwinterungsgebiet zurückkehrt, haben die Meisen, die das bereitgestellte Futter sehr gut aufnehmen, viele Nester längst besetzt.

Wer trotzdem nicht auf das Füttern verzichten will, zum Beispiel um frei lebende Vögel aus der Nähe zu sehen oder mit Kindern zu beobachten, sollte maßvoll und sachgerecht vorgehen. Erst bei einer dauerhaft geschlossenen Schneedecke und anhaltendem Frost werden die natürlichen Nahrungsquellen für Vögel knapp.

Auf keinen Fall sollten Speisereste verwendet werden, denn sie enthalten Gewürze und Salz, die für Vögel tödlich sein können. Körnerfresser bevorzugen Sonnenblumenkerne und Getreidekörner, Weichfresser Obst, Rosinen und Wildbeeren.

Eine Broschüre über „Vögel im  Winter“ ist für 2,20 Euro im BUNDladen unter 030-27586-480 oder unter www.bundladen.de erhältlich.

Greifvögel am Tage und Eulen im Winter helfen

Tagraubvögel und Eulen kommen in der Regel nicht zum Futterhaus im Garten.  Bei schneebedecktem Boden können sie keine Mäuse - ihre Hauptnahrung - erbeuten. Wir können Greifvögeln und Eulen dabei helfen:

  • In der Feldflur oder am Waldrand eine kleine Fläche, ein bis zwei Quadratmeter genügen schon, schneefrei kehren,
  • auf diese Fläche Druschabfälle (im Spätsommer nach der Getreideernte sammeln) oder Körner streuen, um Mäuse anzulocken,
  • die Fläche darf nicht bedeckt werden, damit die Greife die angelockten Mäuse im Sturzflug auch erbeuten können!

Renaturierung ist der beste Schutz

Rebhühner im Schnee, Sie gelten in Deutschland als stark gefährdet. Foto: istockphoto.com
Rebhühner im Schnee. Sie gelten in Deutschland als stark gefährdet.

Der Verlust an Landschaftsformen mit abwechslungsreichen Getreideäckern, Wiesen, Hecken, Sträuchern und Streuobstflächen gefährdet mittlerweile über die Hälfte unserer Vogelarten, jede zehnte droht in Deutsch land ganz auszusterben. Seit langem machen es durch Beton und Asphalt versiegelte Flächen unseren gefiederten Freunden immer schwerer, geeigneten Unterschlupf und Brutplätze zu finden. Und dass die wichtigsten Nahrungsquellen vieler Vogelarten – Feldgehölze und wilde Randstreifen – entfernt werden, um die Äcker mit noch größeren Maschinen bearbeiten zu können.

Doch gerade im Winter, wenn Frost und Schnee die Futtersuche am Boden unmöglich machen, können diese Nahrungspflanzen für Feldlerche, Sperling, Rebhuhn und Co. den Unterschied zwischen Hungertod und Überleben ausmachen. Deshalb hat es sich der BUND zur Aufgabe gemacht, in ganz Deutschland dringend benötigte "Artenschutzinseln" zu schaffen, die auch für Vögel in Not die Rettung sein können. Dort finden sie geeignete Brutplätze und selbst in strengen Wintern noch Nahrung.

Für dieses umfangreiche Schutzprogramm brauchen wir Ihre Hilfe. Seit vielen Jahren greifen BUND-Aktive überall in Deutschland zu Hacke und Spaten, um Hecken, Sträucher und Bäume zu pflanzen. Darüber hinaus verwirklichen einige Städte und Gemeinden auf Initiative und mit Hilfe des BUND eigene Pflanz- und Renaturierungsprogramme.

So entstanden in den letzten 25 Jahren zwischen Arheilgen und Wixhausen Heckenstreifen und Ruderalstreifen auf Anregungen des BUND - die in das städtische Programm "Renaturierung von Flurgräben in Arheilgen und Wixhausen" einflossen und zuvor mit den ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben abgestimmt wurden.

In Planung ist beim BUND Darmstadt noch immer eine Wildobsthecke auf dem Oberfeld und die Anlage eines Nauturerlebnisrandes an einem Neubaugebiet (siehe umweltfairbund 4-2010 / Insektenhotel). Leider braucht das neben Geld auch viel Zeit bis die Planung abgestimmt und dann umgesetzt werden kann.

Weitere Links zu Fragen der Vogelfütterung

Meisenknödel mit Dach und Futtersilo aus dem BUNDladen

Viel Informationen und Tipps zur Problematik gibt es bei der Ökostation Freiburg unter Winterfütterung von Vögeln www.oekostation.de/de/tipps/winterfuetterung.htm

Auch hier wird auf die kontroiverse Diskussion rund um die Fütterung eingegangen - mit Tipps zum Futterangebot und dem Herstellen von Futtersilos und Meisenknödeln, siehe https://ratgeber.immowelt.de/a/gefundenes-fressen-voegel-fuettern-im-winter.html

Ein Dach zum Meisenknödel oder ein Futtersilo für Balkon und Fenster erhalten Sie beim BUND-Laden, siehe www.bundladen.de/Tierwelt/Voegel/Futter-Vogelschutz/

Mehr Informationen zu Vögeln - die nicht ans Futterhaus kommen - finden Sie beim BUND-Bundesverband, www.bund.net/themen_und_projekte/artenschutz/voegel/



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Buchtitel: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie - Wartburg-Werra-Rhön - Buchreihe zum Grünen Band von Reiner Cornelius

... zum Grünen Band des Lebens. Mehr zur Buchreihe (6 Bände) hier... Eindrucksvolle Bilder und Texte von Reiner Cornelius, dem BUND- Beauftragen für das Grüne Band.

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  • 89 % der Deutschen bewerten den Naturschutz als wichtige politische Aufgabe
  • 90 % wünschen stärkeren Schutz der Meere vor Überfischung
  • 87 % lehnen gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft ab
  • 68 % fürchten um intakte Natur für ihre Kinder und Enkelkinder *

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* Quelle: "Naturbewusstseinsstudie für Deutschland", Bundesamt für Naturschutz 2010 im Auftrag des Bundesumweltministeriums

Blaumeise schaut aus ihrem Nistkasten, Bild Viktor Stolarski, pixelio.de
Foto: Viktor Stolarski, pixelio.de

Wie Sie Vögeln, Fledermäusen und Insekten helfen können, erfahren Sie hier...

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