Weitere Bilder von umgesiedelten Nestern bzw. Kästen verschiedener Wespenarten einschließlich Hornissen sehen Sie auf der Folgeseite unter Patenschaften für Wespen und Hornissen.

 Und Bilder von vorgenommenen Umsiedlungen auch auf www.blende16.de  Dort den Link auf "Professionelle Umsiedlungen von Hornissen und Wespen" ganz unten anklicken oder auch das, was vorher mit Wespen draufsteht. 

Bilder vom Futterplatz für Hornissen und auch für die Wespenfütterung

Im Fliederbusch eines Wespen- und Hornissenfreundes befindet sich im Spätsommer (August) diese Ablenkungsfutterstelle, gefüllt mit Honig, Ahornsirup oder reinem Sirupgemisch von Rohrzucker und Fruchtzucker.

Wenn die Hornissen, die in diesem Garten von einem zu klein gewordenen Vogelnistkasten in einen Hornissennistkasten umgezogen worden sind, keinen Hunger nach Süßem mehr haben, kommen Wespen zum gefüllten Apfel, welche einen Platz unterm Dach bezogen hatten und dort geduldet werden.

Futterstelle im Fliederbusch
Futterstelle im Fliederbusch - zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!
Reger Betrieb
Reger Betrieb - zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!

Ein Futterplatz für Hornissen und Wespen im Garten oder auch auf Balkon und Terrasse

Als Lohn für die Arbeit im Frühjahr und Sommer: Fallobst als Extrafutterstelle abseits des eigenen Esstisches mit Zuckerkuchen, den Hornissen und die meisten Wespenarten sowieso nicht besuchen würden.

Aber auch die "Deutsche Wespe" oder die "Gewöhnliche Wespe" als echte Zuckerschlecker – und dies vor allem im nektararmen Spätsommer – lässt sich an diese Futterstellen gewöhnen und wird dadurch vom eigentlichen (menschlichen) Geschehen abgelenkt.

Es ist ein verdienter Lohn für die Wespen und Hornissen für die Aufzucht des Wespen- bzw. Hornissennachwuchses, der vor allem mit Raupen, Fliegen, Blattläusen und ähnlichem wie beispielsweise Stechmücken gefüttert wird.

Wespen und Hornissen - einfache Maßnahmen zur Nestsicherung

Abbau im Winter: Hornissennest umhüllt von einem Vorhang

Nichts hält länger als ein Provisorium...

Umhüllen eines Hornissennestes mit Vorhang

Dieses Hornissennest durfte letztendlich bis zum Winter in der Hüttenkirche von Mörfelden-Walldorf bleiben. Dort am Waldrand neben Streuobstwiesen wird im Sommerhalbjahr monatlich Gottesdienst gefeiert. Mitte Juli entstand über einem Fenster ein typisches Filialnest eines Hornissenvolkes. Binnen weniger Tage bauten mehr als 100 Arbeiterinnen 3 Etagen und die Königin bestiftete die Zellen eifrig. Zum Zeitpunkt der Entdeckung waren erst wenige Larven geschlüpft. Da das Ursprungsnest nicht gefunden werden konnte kam eine Umsiedlung nicht in Frage. Zumal in der Nähe des Einflugloches kein Ersatz-Kasten hätte angebracht werden können, um nach gut sechs Wochen des Hornissen-Filial-Umzugs vom Ursprungsnest zur Kirche das ganze Volk umsiedeln zu können.

Brigitte Martin vom BUND überzeugte somit die Kirchengemeinde, dass das Nest zumindest den nächsten Monat (bis zu einer Umsiedlung, wenn sie denn dann noch nötig wäre) dort bleiben durfte und bot sogleich an, während und nach dem sonntäglichen Gottesdienst Informationen zu Wespen und Hornissen zu geben, damit die Angst genommen wird.

Damit der Heizkörper unter dem Hornissennest keinen Schaden nahm, wurde zunächst mit Bindedraht eine Schmutzauffangwanne (ein Katzenklo, ausgelegt mit alten Zeitungen und/oder Katzenstreu eignet sich bestens dafür)  für die Ausscheidungen und Abfälle der Hornissen und -larven über Kopfhöhe unter dem Nest befestigt.  Danach an der Holzbalkendecke ebenfalls mit Schraubhaken und Draht eine Hülle aus einem Tüllvorhang mit Abstand um das Nest gelegt, so dass die Tiere ungestört durch ihr Einflugloch in einer Gebälkspalte / Ritze der Hüttenkirche  zum Nest krabbeln konnten, aber nicht mehr unkontrolliert durch die sonntäglich geöffnete Tür in den Raum hinein an- oder abfliegen konnten. Mit Papiertüchern wurde dann noch die letzten verblieben Ritzen zwischen Holzdecke und Vorhang verstopft, um bei etwaigem Einschalten von Licht die Tiere nicht so zu verunsichern, dass sie in den Raum hinein fliegen wollen, in dem die Gemeindemitglieder gerade ihren Gottesdienst feiern.

Fachkundige, angstnehmende Informationen und auch die Tatsache, dass die Hornissen lästige "Wespenplagen" zur auffälligen Überraschung der Gottesdienstbesucher gar nicht aufkommen haben lassen, überzeugten, dass das umhüllte Nest bis nach dem Abschluss der Volksentwicklung hat bleiben dürfen.

Die Tiere hatten keinen Grund, den ganz normalen Tüll-Vorhangstoff durchzubeißen, da sie innerhalb der Hüttenkirche nur an ihr Nest und wieder weg gelangen wollten und ihr Kirchen-Eingang bis zum Nest ebenfalls mit dem Stoff umhüllt war. Das preisgünstige Provisorium aus Stoff anstatt ein angepasster Käfig aus Fliegendraht drumrum hielt den ganzen Sommer über, im Winter wurden dann die provisorischen Materialien und das Nest entfernt. Im Schmutzbehälter unter dem verlassenen Nest hatten sich schon Florfliegen und Marienkäfer ihr Winterquartier eingerichet (selbstverständlich wurde die dann auch vorsichtig umgebettet).   Lohnend ist es, die darin noch befindlichen Puppen zu untersuchen, die nicht nur auf gewöhnliche Fliegen sondern auch auf andere (seltenere) Insekten hindeuten.

Nachsatz: Selbstverständlich wurde diese Nestsicherung mit Schutzausrüstung durchgeführt! Im Zweifelsfall ist es auch immer sinnvoll, die zuständige Naturschutzbehörde zur Unterstützung derartiger Maßnahmen in der Öffentlichkeit zu infomieren. Da nichts am Nest durchgeführt wurde, was anzeigepflichtig ist (Störung, Umsiedlung..) , wäre das normalerweise nicht notwendig gewesen. Aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörden freuen sich darüber, wenn Nester von Hornissen an Ort und Stelle bleiben dürfen!

Nester in Schuppen und Dachböden sichern

Die gleichen Maßnahmen wie beim obigen Hornissennest sind auch bei Wespennestern in Schuppen oder Dachböden ohne weiteres möglich. Auch im Garten oder auf der Terrasse können so Flugrichtungen beeinflusst werden.

Ist das Nest noch nicht zu groß, so kann gerne unter Anleitung auch selbst daran gegangen werden, das Nest zu belassen und eventuelle Schäden von Personen zu vermeiden. Fragen Sie uns, bund.darmstadt@bund.net, Telefon 06151 37931.

Kleiner Film über eine Wespenumsiedlung aus einem Rollladenkasten


Diesen Beitrag drehte ein Fernsehteam, das einige Passagen der Umsiedlungsaktion aus Zeitgründen übersprang. So wurde nach dem Einfangen der Flug-Tiere mittels Spezialsauger (glatter Schlauch, geringe Leistung) und dem Bergen des Nestes der wieder erfolgte Nestaufbau nicht gezeigt, sondern gleich das (filmgerechte) Reinkrabbeln der Wespen zum wiederhergestellten Nest im Kasten und die ersten Orientierungsflüge am neuen Standort.

Verwendet wurde bei den Aufnahmen aus Demo-Gründen ein selbstgebauter Umsiedlungskasten mit Trenngitter (bei dem das Prinzip besser erkannt werden kann) und nicht der sonst übliche Spezialkarton für das Nest mit integrierter Innenfangbox für die Flugtiere. Bei diesem Karton wären nur Schläuche zu sehen gewesen.

Die direkte Adresse zum Film, sofern er oben nicht abspielt:
http://www.youtube.com/watch?v=-kuiLbGg9Mo

Zu hoffen ist, dass wirkliche Umsiedlungen, die ein Weiterleben des Volkes am neuen Standort ermöglichen, auf dieser Filmplattform vermehrt auftauchen.

Umsiedlungen neben den Methoden der Beeinflussung der Flugrichtung, damit die Wepsen oder Hornissen nicht direkt über die Köpfe am Esstisch auf der Terrasse zu ihrem Nest fliegen sondern nur von einer Seite bzw. von oben bequem dorthin gelangen. Mit etwas Fantasie und preisgünstigen Materialien (Vorhänge, Schraubhaken, doppelseitigem Klebeband, Fliegendraht, ggf. Wasserabflussrohr usw.) lässt sich schon eine Menge machen, um die wenigen Sommermonate mit einem Wespennest in enger Nachbarschaft zusammen zu leben...

Totschlagen und vergiften, abflämmen oder sonstige Methoden der Vernichtung von Wespen oder Hornissen(völkern) sind weder notwendig noch lustig abgesehen davon, dass ohne vernünftigen Grund kein Tier getötet werden muss und darf – manchmal genügt es, ein Fenster auf zu machen, damit Tiere, die sich verflogen haben oder durch Gerüche angelockt wurden, wieder ins Freie können...

Über Kommentare freuen wir uns,
eMail an brigitte.martin@bund.net

Aufsatz bei t-online.de

Auch die Ratgeberseiten von t-online unter zuhause.de wurden auf den BUND Darmstadt aufmerksam. Hier finden Sie den langen Artikel:

http://www.zuhause.de/wespennest-entfernen-und-umsiedeln/id_69981540/index

Den Artikel als PDF (335 KB) herunterladen können Sie hier

Wespen und Hornissen

Allerdings sollten Sie die dort genannten Preise nicht für Ihre Kalkulation übernehmen. Unsere Adressen und Ansprechpartner finden Sie hier ...



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* Quelle: "Naturbewusstseinsstudie für Deutschland", Bundesamt für Naturschutz 2010 im Auftrag des Bundesumweltministeriums

Blaumeise schaut aus ihrem Nistkasten, Bild Viktor Stolarski, pixelio.de
Foto: Viktor Stolarski, pixelio.de

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