Das Faltblatt des BUND: Wespen und Hornissen - nützlich und meist harmlos

  • Umsiedeln statt Töten

  • Wissenswertes und Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen

Hier finden Sie die das Faltblatt des BUND. Sie können die Inhalte auf dieser Seite lesen oder sich das Faltblatt herunterladen. Der BUND hofft, dass mit diesen Hinweisen zum Schutz vor Wespen oder auch zum Schutz der Wespen und Hornissen, auch Sie zum Wespenschützer werden.
Denn, Wespenschutz und Hornissenschutz kann man lernen.

Faltblatt: Wespen und Hornissen – nützlich und meist harmlos – Wissenswertes und Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen (pdf, 292 KB)

 

Informations in english language: Wasps – useful and rather harmless - Helpful Information and advice for working with wasps and hornets (pdf, 253 KB)

Wespen sind besser als ihr Ruf

In Deutschland gibt es 16 Arten der so genannten staatenbildenden, sozialen Faltenwespen, in besiedelten Bereichen kommen meist nur sechs davon vor und lästig werden dem Menschen nur zwei, die „Gewöhnliche Wespe“ und die „Deutsche Wespe“.

Grundsätzlich stehen alle wildlebenden Tiere, somit auch Wespen, unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Sie dürfen ohne vernünftigen Grund nicht getötet werden. Hornissen und Hummeln sowie alle Wildbienen stehen als Einzelarten unter besonderem Schutz; Maßnahmen an deren Nestern erfordern immer einer Genehmigung durch die Naturschutzbehörde.

Wespen und die zur Familie gehörenden Hornissen haben eine wichtige Funktion im Ökosystem. Bis zu 3.000 Fliegen, Mücken, Raupen, Motten, Spinnen und andere Kleintiere, die am Kuchentisch, bei der Grillparty, in Feld und Flur auch lästig werden können, vertilgt ein kleiner Wespenstaat am Tag. Darüber hinaus bestäuben Wespen Pflanzen, beseitigen frische Tierkadaver und dienen anderen Tieren als Nahrungsgrundlage.

Wespen leben nur einen Sommer lang. Alle Wespen verlassen im Herbst ihr kunstvoll aus klein gekautem Holz und Speichel gebautes Nest und sterben. Nur junge Königinnen suchen sich eine geschützte Unterkunft zum Überwintern, kommen aber im darauf folgenden Frühjahr nicht zum alten Nest zurück sondern gründen im Frühjahr mühevoll einen neuen Wespenstaat.

Nest der Mittleren Wespe, versteckt im Gebüsch
Versteckt im Gebüsch, stets im Freien befindet sich das kunstvolle Nest der Mittleren Wespe

In mehr als 80 Prozent der Fälle kann nach einer persönlichen Wespenberatung die Beseitigung der kunstvollen Behausungen im Dachgebälk, Gartenhäuschen, Rollladenkasten, an der Terrasse oder in der Hecke vermieden werden. Kleine Eingriffe der Wespenexperten helfen, das Einflugloch zu verlegen oder das Nest zu ummanteln. Nur selten müssen Nester umgesiedelt oder, wenn gar nicht zu umgehen, vernichtet werden.

Hornisse auf der Hand von Wespenberaterin Brigitte Martin vom BUND (Foto: Erik O. Martin)

Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen

Einfache Verhaltensregeln erleichtern das Miteinander und die Beobachtung der interessanten Tiere.

Auf dem nebenstehenden Foto ist eine Hornisse auf der Hand von Wespenberaterin Brigitte Martin vom BUND. (Foto: Erik O. Martin)

Vorsichtsmaßnahmen im Freien bei umherfliegenden Wespen

  • Zitronen (-scheiben) mit Gewürznelken bestücken – nicht nur zur Dekoration gut geeignet – Wespen mögen den Geruch von Zitronen und Nelkenöl gar nicht (wirkt nicht bei vorhandenem Nest in Nestnähe!) und
  • Wespen rechtzeitig durch eine andere entfernt liegende Nahrungsquelle vom Tisch ablenken
  • keine Speisen ohne Abdeckung stehen lassen – Düfte ziehen an. Das wirkt auch gegen Fliegen
  • im Freien insbesondere Getränkebecher abdecken und aus sehr dünnen Strohhalmen trinken
  • einzelne lästige Wespen in einem umgestülpten Glas bis zum späteren Freilassen „ruhig stellen“ – Wespen können sich, anders als Bienen, nicht gegenseitig über Nahrungsdargebote informieren
  • im Sommer nicht ohne Schuhe über Wiesen laufen
  • über Kinderwägen helle Tüllgardine anbringen und verschmierte Kindermünder öfter säubern

Verhaltensregeln in der Nähe eines Wespennests

Hornissennest im Scheunendachstuhl - sorgsam pflegen Arbeiterinnen die Larven
Hornissennest im Scheunendachstuhl - sorgsam pflegen Arbeiterinnen die Larven
  • wichtig sind immer ruhige, langsame Bewegungen, damit sich die Wespen nicht angegriffen fühlen
  • die Flugbahn zum Einflugloch nicht verstellen
  • das Einflugloch nicht anpusten
  • Nestbereich nicht erschüttern: in den Brutzellen hängt der „Nachwuchs“ kopfüber und würde herausfallen – die Wespen verteidigen nur sich und ihre Brut

...und außerdem – Was Sie noch wissen und beachten sollten:

  • Perlenvorhänge und Flatterbänder vor Terrassentüren und Fliegendraht vor Fenstern schützen auch vor Fliegen und Schnaken
  • Wespen und Hornissen jagen auch nachts. Hat sich eine ins Zimmer verflogen, so erleichtert Licht ausschalten ihr den Weg nach draußen. Ein Glas und ein Pappdeckel dienen dem vorsichtigen Fangen zum Freilassen.
  • helle Kleidung wirkt beruhigend
  • starke Duftstoffe in Haarspray, Parfüm, Rasierwasser und dergleichen gaukeln süße Nahrung vor und locken dadurch Wespen an

wenn doch einmal zugestochen wurde

Schwarz-gelb ist gefährlich, aber das wird es – außer für Allergiker – erst bei mehr als 100 Stichen pro Kilogramm Gewicht. Eine Person von 50 kg kann mehr als 5.000 Stiche verkraften – gleichermaßen ob von Wespen, Bienen, Hummeln oder Hornissen. Die panische Angst, die viele schon beim Anblick eines Wespennestes oder einer einsamen Hornisse überfällt, ist somit rein medizinisch unbegründet.

  • Ruhe bewahren, Stichstelle kühlen, damit die Schwellung nicht zu groß wird
  • Sofortmaßnahme Spucke draufgeben (nicht aussaugen)
  • überlebenswichtig ist Kühlen bei Stichen in den Mund-Rachenraum, bis zum Eintreffen des Arztes Eis lutschen
  • Insektengift-Allergiker bekommen meist nesselfieberartige Hautausschläge am ganzen Körper, Atemnot, Kreislaufschocksymptome mit Erbrechen, starken Blutdruckabfall und gesteigerten Puls. Sie müssen immer Ausweis und Notfallapotheke dabei haben. Bis der Notfallrettungsdienst kommt, sollten sie mit erhöhten Beinen in Schocklagerung flach gelagert, warm gehalten, beruhigt und nicht allein gelassen werden.
  • Hilfe bei Notfällen: Giftnotrufrettungsdienst Mainz Telefon 06131 19240
    bzw. Rettungsdienste bundeseinheitlich unter Telefon 112

Wespen- und Hornissenberatung vom BUND

In Darmstadt bekommen Sie Rat und Hilfe (Beratung, fachgerechte Nestummantelung/Verändern der Flugrichtung bzw. Umsiedlung) vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Hessen e.V.
Brigitte Martin, Dreieichweg 11, 64291 Darmstadt, Fon 06151 37931
E-Mail brigitte.martin@bund.net

Weitere Adressen von WespenberaterInnen auf der nächsten Seite und bei Ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung und in Hessen bei den Unteren Naturschutzbehörden.

Was unseren Wespen beim Überleben hilft

Reich strukturierte Landschaften mit Wasserstellen, vielen Blütenpflanzen auf (Streuobst-) Wiesen, in Feldgehölzen, in Feld und Rain, Wälder mit alten, dicken und auch abgestorbenen Bäumen sowie naturnahe Gärten ohne Giftanwendung sind die besten Refugien für unsere Wespen, aber auch für viele andere Tiere, die es zu beobachten und zu schützen lohnt.

Wespen brauchen eiweißreiche Nahrung für die Aufzucht ihrer Brut, hierfür jagen sie Insekten und verfüttern auch Fleisch von toten Tieren, so dass sie wichtige Schädlingsregulierer sind und der Ausbreitung von Krankheiten entgegenwirken. Erwachsene Wespen benötigen Kohlehydrate, welche sie bevorzugt von Blüten oder – wenn es nicht genügend davon gibt – auch von süßen Früchten naschen. Die meist friedfertigen Hornissen bevorzugen Blütennektar und Baumsäfte, sie gehen nicht an Pflaumenkuchen.

Eine Hornisse nascht an einer Efeublüte
Eine Hornisse nascht an einer Efeublüte

Von Wespen bevorzugt werden Blüten mit frei zugänglichem Nektar und wenig ausgeprägtem Duft. Beispiele sind Dill, Petersilie und Schafgarben, Glockenblumen, Spitzblättrige Zwergmispel, Berberitze, Rachenblütler wie die Braunwurz und Fassadenbegrüner wie der spät blühende Efeu oder der Wilde Wein.

Je nach Art brauchen Wespen für den Nestbau selten gewordene natürliche Höhlen alter Bäume, Erdhöhlen im Boden, dichte Hecken – insbesondere für das freihängende Nest der gefährdeten Mittleren Wespe – oder den Unterschlupf im Schuppen. Wespen- und Hornissenkästen werden ebenfalls gerne angenommen. Diese sollten nicht in der Nähe starker Lichtquellen aufgestellt werden, da Hornissen auch nachtaktiv sind und das Licht sie irritiert.

Schützenswerte Hornissen und Wespen brauchen Ihre Hilfe, um Leben & Lebensräume zu erhalten

Ihre Spende dient zur Finanzierung von

  • Schulungen für Wespen- und HornissenberaterInnen, damit viele Völker weiterleben können
  • Schutzkleidung und Nestsicherungsmaterialien
  • Nisthilfen für Hornissen und Wespen
  • Wespen- und Hornissenumzugsmaterialien
  • weiteren Informationen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder: Artenschutz geht alle an, Aufklärung tut Not
  • Schaukästen und anderem Anschauungsmaterial
  • Schaugärten für und mit Wespen und Hornissen
  • Kauf, Erhaltung und Anlage von Lebensräumen

Unser Spendenkonto

Spendenkonto des BUND Hessen für alle Wespenfreundinnen und Wespenfreunde
BUND Hessen • Frankfurter Sparkasse
• IBAN: DE32 5005 0201 0000 7999 12
• BIC: HELADEF1822
Stichwort „Wespen“

oder

Spendenkonto des BUND Darmstadt
• Sparkasse Darmstadt
• IBAN: DE13 5085 0150 0011 0022 34
• BIC: HELADEF1DAS
Stichwort „Wespen“

Ab 200 Euro erfolgt eine gesonderte Spendenbescheinigung zum Jahresende, darunter gilt der Einzahlungsbeleg als Nachweis für das Finanzamt.
Über Dauerspenden freuen wir uns besonders.
Mehr Infos über den BUND Hessen und weitere Links im Internet www.bund-hessen.de

Impressum des Faltblattes und des Textes auf dieser Seite

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Hessen e.V.
Geleitsstraße 14 • 60599 Frankfurt) • Telefon 069 677376-0
E-Mail bund.hessen@bund.net
Internet www.bund-hessen.de
mit zahlreichen Links zu weiteren Informationen

Alle Rechte zur Vervielfältigung des Faltblattes über den privaten Gebrauch hinaus liegen beim BUND Hessen e.V.

Konzept & Gestaltung: Brigitte Martin, BUND Hessen/BUND Darmstadt
Inhaltliche Unterstützung: Diplom-Biologe Björn Kleinlogel, Darmstadt
Fotos: Erik O. Martin, Darmstadt
Wir bitten, bei Verwendung von Fotos den Namen des Fotografen "Erik. O. Martin/BUND Hessen" anzugeben.
Anfragen für Fotos in größerer Auflösung und Druckqualität sowie Übernahme von Fotos und Texten:
E-Mail brigitte.martin@bund.net



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  • 90 % wünschen stärkeren Schutz der Meere vor Überfischung
  • 87 % lehnen gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft ab
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* Quelle: "Naturbewusstseinsstudie für Deutschland", Bundesamt für Naturschutz 2010 im Auftrag des Bundesumweltministeriums

Blaumeise schaut aus ihrem Nistkasten, Bild Viktor Stolarski, pixelio.de
Foto: Viktor Stolarski, pixelio.de

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